Kategorie-Archiv: Erfahrungsbericht Workcamp

Belgien: Centre pour Demandeurs d’Asile Natoye

Im Juli hatte ich dank des SCIs die Möglichkeit, in einem Workcamp im Centre pour Demandeurs d’Asile; im belgischen Natoye mit Flüchtlingen zu arbeiten. Da ich stark sehbehindert bin (ich verfüge noch über einen Sehrest von ca. 10% auf einem Auge), hatte ich zuvor Zweifel darüber, ob ich den Asylanwerbern auch wirklich als Unterstützung dienen könne. Da mir aber die Chance geboten wurde, wollte ich sie auf alle Fälle nutzen. Insgesamt nahmen zehn Freiwillige unterschiedlicher Nationen an diesem Workcamp teil.

Der erste Tag nach unserer Ankunft wurde dazu genutzt, mit Übungen das Vertrauen innerhalb der Gruppe aufzubauen. Dies war gewiss sehr wichtig, denn nur, wenn die Kommunikation und die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe der freiwilligen Helfer funktionieren, dann klappt in weiterer Folge auch die Arbeit mit den Flüchtlingen.

Die darauffolgenden Tage konnten wir dann endlich den Flüchtlingen widmen. In Teammeetings am Vorabend und Morgen wurden die Aktivitäten geplant und die Gruppen eingeteilt. Zu unseren Aufgaben zählten beispielsweise: das Veranstalten von Sportwettkämpfen für Männer, das Organisieren von Spaziergängen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die Durchführung von Bastel- und Nähworkshops für Frauen sowie das Spielen mit Kindern.

Mir hat dieses Projekt wirklich sehr gut gefallen, und ich habe viele positive Eindrücke mit nach Hause genommen. Es zeigt, dass Menschen unterschiedlichster Hautfarbe, Herkunft und Kultur friedlich miteinander leben können. Wir haben gelernt, anderen gegenüber toleranter zu sein und einander zu respektieren.

Ich kann nur jedem die Teilnahme an solch einem Workcamp empfehlen, da man auch viel über sich selbst lernt und – wie es bei mir der Fall war – auch als Sehbehinderter seinen Beitrag leisten kann.

Dominic

JahrDerJugendarbeit

Back to Nature, CZ, 2015

(c) Gabriel GruberWorkcamp – „Back to nature“
23.8. – 11.9.2015, Tschechische Republik

Von draußen ertönt ein lautes Horn, das von einem „Breakfast now!“ aus der Richtung des Lagerfeuers begleitet wird und mich aus einem fantastischen Schlaf auf meinem simplen Heumatratzen-Bett in einem Tipi weckt. Die Nacht war relativ warm, verglichen mit den rekordverdächtigen 1°C eine Nacht zuvor. Das Lagerfeuer in der Mitte des Zeltes raucht nur noch ganz leicht vor sich hin. Innerhalb der nächsten Minuten schlüpfe ich aus meinem (zum Glück) sehr warmen Schlafsack, erzähle lachend einem meiner fünf Tipi-Kollegen von der ein oder anderen Maus, die ich in der Nacht bei meinen Taschentuchpackungen (deren Leibspeise!) rascheln hörte und dann bin ich schon rasch am Weg zur Feuerstelle. Rasch nicht, wegen eines militärischen Drills, sondern rasch, weil ich mir schnell mein erstes Brot zum Toasten über dem Feuer sichern will.

Ein guter Start in den Tag. Einer von insgesamt zwanzig prägenden Tagen in einer anderen Welt im Rhythmus der Natur.

(c) Malte Seibold
(c) Malte Seibold

Das Zuhause für mich, 12 andere Freiwillige aus aller Welt, zwei Campkoordinatori*innen und den Besitzer des Camps für diese Zeit ist ein Camp im Oberpfälzer Wald in Tschechien, das schon seit etwa 30 Jahren existiert. Nicht einmal 500 Meter der deutschen Grenze entfernt liegt es dennoch sehr isoliert im Wald. Empfang fürs Handy gibt es im Normalfall nicht und Strom gibt es nur bedingt, und zwar von einer zeitweise nicht funktionierenden Solarzelle. Unsere Dusche, Waschbecken und Swimming Pool ist ein kalter Bach, der direkt neben dem Camp verläuft.

Arbeit gibt es an den meisten Tagen genug: die Hauptaufgabe der Teilnehmer*innen ist die Erhaltung des Lebensraumes einer geschützten Orchidee der Gattung der Knabenkräuter, die nur gedeihen kann, wenn die Rasen nicht zu hoch wachsen. Somit wanderte ein Großteil der Gruppe jeden Tag zu der betreffenden Stelle und senste einen Hektar Rasen bei fast jedem Wetter. Ein anderer Teil war mit Instandhaltungsarbeiten des Camps beschäftigt, wie Brennholz sägen und hacken und Arbeit im Gemüsegarten. Das jeden Tag neu zusammengestellte „Cooking Team“ kochte für den Rest. Und dass die geheime Zutat „Über-dem-Feuer-kochen“ für die grandiosesten Speisen verantwortlich ist, bemerkte man hier sehr schnell!

(c) Malte Seibold
(c) Malte Seibold

Man solle keine Angst haben vor der Arbeit und dem Leben unter härteren Bedingungen in engem Kontakt mit der Natur, hieß es in der Workcamp-Beschreibung. Eine angebrachte Warnung, aber wovor ich vor dem Camp am meisten Bedenken hatte, war das Leben mit 15 Personen in relativ engem Kontakt über drei Wochen. „Es reicht ja, wenn ich mich mit ein paar Personen gut verstehe“, hatte ich mir am Anfang gedacht, aber was mich wirklich überraschte und zutiefst beeindruckte, war, dass sich innerhalb dieser Zeit eine unheimlich enge Bindung zwischen allen im Camp einstellte. Und das, obwohl es sich um überaus unterschiedliche Persönlichkeiten handelte. Das Resultat war eine ungeheure Harmonie und Vertrautheit in der Gruppe, die ich im „normalen“ städtischen Leben selten gesehen habe.

Nach den drei Wochen (was sich als perfekte Dauer herausstellte) hieß das nicht unbedingt leichtere Projekt für die Camp-Teilnehmer*innen wohl „Back to civilization“ – also wieder zurück zu Internet, zu Gebäudeheizungen, elektrischem Licht, einer warmen Dusche. Zurück zur Zivilisation – aber so viel wie möglich aus der Natur mitnehmen!

Neben dem Nutzen der Naturpflege, stellt dieses Workcamp meiner Meinung nach hauptsächlich eine einzigartige Chance zur Persönlichkeitsbildung dar. Während meinen drei Wochen dort habe ich mir mehrmals gedacht, wie großartig es wäre, wenn jeder Mensch zumindest einmal diese Verbundenheit zur Natur und dieses enge Zusammenleben mit Personen aus aller Welt erleben könnte. Ich bin davon überzeugt, dass das unweigerlich auf der Ebene des Umweltschutzes eine nachhaltigere, und auf der sozialen Ebene eine respektvollere Gesellschaft zur Folge hätte.

Gabriel Gruber

Workcamp in Free Kids Village 2014

Verfasst von Thomas Schallhart

freekidsvillage_klGoing to Japan has been an unreachable dream for me throughout all my life. I’ve always been passionate about Japanese (pop) culture and it even led me to study Japanese, while I was at high school. However, being so close to Japan already in my mind, I didn’t want to do a typical tourist trip. So I decided to do a workcamp and I found my perfect choice with one by SCI Japan.

Free Kids Village is an amazing place in the small village of Takato (in Nagano Prefecture). It’s a self-sustainable farm and at the same time a center for families, children and youth from all over Japan, who want to escape hectic urban life for a while during holidays. The wooden house that the center is based in is more than 100 years old. Hanae from SCI Japan described it as a „Totoro house“ to me and I totally see what she meant!

P8150474_klIn my workcamp we were a group of three Europeans (apart from me there were a Belgian and a Spanish), a Taiwanese and four Japanese. Our task was to cut grass along the river bank in Takato, because a belief around O-bon matsuri that is celebrated in August says that ghosts of ancestors come back through the rivers and they can only find their way, as long as the river bank is beautiful and clean. Being an environmentalist who organises projects around the protection of wild and natural rivers in Austria, this was unusual for me, but in the end I still enjoyed the work. We also made leisure time program with kids who visited the center and when it rained, we had other small tasks like creating blue color from leaves.

Being in a group for two weeks is always a very special and unique experience. We had a lot of fun making sarcastic jokes about Japanese textbooks, singing Karaoke, taking walks around the house, visiting a fireworks festival at Suwa lake, watching „Frozen“ and singing „Let it go“ endless times in different languages, swimming in the river, cooking traditional Japanese food (I now know how to make Miso soup and I regularly eat cucumbers with Kimchee sauce, which P8070470_klI could luckily also buy in Vienna) and making up our own soap opera. The most dramatic moment was, when we almost lost the beloved and very cute dog of Free Kids Village called „Ringo“ in the woods, because we forgot to take a leash for him. I ran after him for two hours, when I notice he started to ignore us and run off into the woods, and eventually I lost him. I never felt this bad before in my life – and I never felt so relieved as when Ringo came back during the night!

I would definitely recommend to experience Free Kids Village, if you want to visit a peaceful and lovable place in Japan. ありがとうございました to SCI Japan and to everybody at Free Kids Village for the organisation of this project!

Children Summer Camp in Palästina – Juli 2014

Verfasst von Christina Ott

Als ich mich entschlossen habe in ein Workcamp zu fahren, habe ich unter anderen das in Palästina ins Auge gefasst. Damals wusste ich natürlich noch nicht, was für aufregende zwei Wochen da auf mich zukommen.

Meine Entscheidung viel auf Palästina, da mich die Geschichte zwischen Israelis und Palästinensern schon seit Jahren beschäftigt. Ich hoffte dadurch mehr Einblick in die Konfliktsituation zu bekommen. Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen, denn man muss einmal dort gewesen sein um überhaupt mitreden zu können. Dann lässt einen dieses wundervolle vielseitige Land auch nicht mehr los.

Doch nun von Anfang an, es ist wichtig spätestens am frühen Nachmittag, am Flughafen in Tel Aviv anzukommen, da man noch mit mehreren Stunden rechnen muss bis man beim Camp ist, zu dem man selbstständig kommen muss. Ich wurde zum Beispiel vier Stunden am Flughafen festgehalten und befragt, wenn man arabische Stempel (Ausnahme: Ägypten u. Jordanien) im Pass hat, kann es sein, dass man gar nicht weiter kann. Nicht zu viele Geschichten erzählen, weder wahre noch unwahre, sondern nur kurze Antworten geben, was die nächsten Ziele sind, ist sicher auch hilfreich. Da es dann bei mir schon ziemlich spät wurde musste ich das letzte Stück mit einem normalen Taxi fahren (was ziemlich teuer ist), weil keine Sammeltaxis und Busse mehr fuhren.

Das Camp liegt auf einem Weinberg in der Nähe von Bethlehem, auf 900m. Da es da oben ziemlich kühl werden kann, auch im Sommer etwas Warmes mitnehmen, denn damit rechnet man eigentlich nicht. Ich wurde sehr herzlich empfangen und spürte sofort die angenehme Atmosphäre. Es waren zehn Freiwillige aus fünf Nationen (weniger als normal) und ca. 20 Kinder u. Jugendliche von sechs bis 20 Jahre, auch Kinder waren viel weniger, weil die Situation im Land ziemlich angespannt war und die Eltern od. die Betreuer der Kinder sich nicht sicher waren ob sie sie ins Camp lassen sollen.

Es ging dann um 7 Uhr in der früh schon los mit einem gemeinsamen Frühstück und wir hatten volles Programm bis 20 Uhr od. noch länger, je nachdem wann Daoud, der Leiter des Camps Zeit hatte für die Teambesprechung.

Die Lage war sehr angespannt, deshalb konnten wir immer nur einen Tag vorausplanen und wie sich dann herausstellte kam es ja dann wirklich wieder zu einem Krieg zwischen der Hamas im Gazastreifen und den Israelis. Daoud Nassar der Gründer von „Tent of Nations“, dass das Ziel des gewaltlosen Widerstands hat – den viele Palästinenser reagieren auf den permanenten Druck mit Gewalt, Resignation od. Emigration, betreibt verschiedene Projekte, wie eben das Sommerlager für palästinensische Kinder, verschiedene Ernteeinsätze, diverse Begegnungsanlässe mit Jugendlichen aus dem Ausland und Palästina und ein Frauenprojekt in dem nahegelegenen Dorf Nahalin, das Daouds Frau leitet. Durch die internationale Solidarität und der Tatsache, dass er eine Besitzurkunde (das viele nicht haben) für sein Land hat und seiner Beharrlichkeit, gelingt es ihm auf seinem Land zu bleiben trotz der illegalen Siedlungen – die immer weiter vorrücken und die Steine die ihm im wahrsten Sinne des Wortes in den Weg gelegt werden. Daoud erklärte uns viel über die Geschichte u. die Politik im Land u. wir besprachen was wir nächsten Tag mit den Kindern machten. Wir hatten jeden Tag ein anders Thema wie z.B.: Freundschaft, Frieden, Natur, Zukunft, Konfliktbewältigung, usw., dass wir in Spielen, Tänzen, Sport, Liedern, …umsetzten. Denn Konfliktbewältigung beginnt in der Familie, wenn man es da nicht lernt ist es später viel schwieriger nach gewaltfreien Lösungen zu suchen. Wir hatten auch jeden Tag Arabisch Unterricht, Psychologie u. lernten arabische Tänze. Wir sprachen mit den Kinder über ihre Ängste, zum Teil gingen sie mit der Lage sehr gelassen um, zum Teil hatten sie große Angst, je nachdem was sie erlebt hatten. Die Älteren machten sich große Sorgen ob es je dauerhaften Frieden geben kann und sie in Ruhe leben können. Das Essen war wirklich sehr gut und ausreichend, nur mit dem Wasser mussten wir sehr sparen, weil das ja die Israelis in der Hand hatten. Was für uns dann ja auch kein Problem war, wenn man sich darauf einstellt. Wir konnten auch interessante Ausflüge machen, mussten uns aber vorher informieren, wo es sicher ist. Bethlehem, Jericho, Totes Meer, Jerusalems Altstadt, … waren unsere Ziele.

Das ganze Camp war wirklich sehr gut organisiert und ich fühlte mich sehr wohl bis auf die Tatsache, dass wir eigentlich nie wussten wie es weitergeht, wenn sich die Lage noch weiter verschlimmert. Das lag natürlich an erster Linie an Daoud und seiner Familie, die wirklich ganz beeindruckende, warmherzige Menschen sind. Daoud betont auch – die Geschichte ist zur Zeit nicht wichtig, was zählt ist wie man jetzt mit der Situation umgeht, dass beide Völker miteinander in Frieden leben können. Dabei ist es notwendig, dass beide Bevölkerungen einander kennenlernen, zusammenleben und im Dialog bleiben – von Mensch zu Mensch, dann kann man die Sorgen und die Ängste der anderen verstehen. Dann werden sie sehen, dass einer nur gewinnt wenn auch die andere Seite gewinnt. Im Krieg gibt es nur Verlierer. Die Menschen leiden auf beiden Seiten, auch die Israelis, mit der Angst vor Terroranschlägen und Raketenbeschüssen. Unrecht passiert in Israel und Palästina, das Ausmaß und die Folgen sind natürlich im Moment nicht zu vergleichen. Sicherheit, darf nicht auf Kosten und der Würde einer andern Bevölkerungsgruppe gehen.
Ich hatte die Gelegenheit nach dem Camp mit Israelis und Palästinenser zu sprechen und versuche die verschiedenen Perspektiven zu verstehen – wie sieht es auf der anderen Seite aus – die Menschen wollen Frieden. Es bleibt der Eindruck, dass es eine Region voller Widersprüche ist, mit offener und versteckter Gewalt, aber ich konnte auch viele liebenswerte Menschen auf beiden Seiten kennenlernen. Jeder muss dem anderen ein Stück entgegen gehen, darum ist die Zweistaatenlösung mit gemeinsamer Verwaltung in Jerusalem wahrscheinlich die einzige Lösung und die Palästinenser haben ihre Hoffnung im Angesicht der Hoffnungslosigkeit nicht aufgegeben.

Es kommen einem die eigenen Probleme sehr klein vor, darum ist der menschliche Einsatz für die Würde und die Anerkennung der Menschen so wichtig, dass sie auch in scheinbaren Friedenszeiten von der Welt wahrgenommen werden.

Israel/Palästina ich komme wieder!

Workcamp ThéâtrEvasion Bienne / Theaterflucht Biel (Switzerland)

Verfasst von Birgit Leitner

IMG_3314_kleinThe first week of the camp we learned a lot about the situation of asylum seekers in Switzerland. We even visited several centres of asylum seekers. In one which was on the countryside we did some games with the children of this centre and got to know them better. Some of them would even participate in the ThéâtrEvasion/Theaterflucht the second week.

At the same time we learned many things about theatre and dance from a theatre and a dance pedagogue. Furthermore they prepared us how to show these exercises we did in the first week to the children and what is important to tell the kids.

The second week we had a group of around 20 to 25 children. The group was a mix of swiss children and children from refugee centres. We did some group games in the whole group and prepared little theatre scenes and a dance choreography, the volunteers created in the first week, in smaller groups with the children. This work was a lot of fun, I really loved to work with them. The most impressing thing for me was that some of the children did not even spoke the same language, like Biel/Bienne is a bilingual city, however they were best friends. I think everybody of us, the children and the adults, really enjoyed these/this week(s)!

Ein unvergesslicher Trip nach Thailand

Meine Freundin und ich flogen im Sommer 2012 nach Thailand. Wir mussten selbstständig mit dem Zug von Bangkok nach Cha-uat kommen. Im Nachhinein waren wir total froh, dass wir den Zug schon im Vorhinein buchen konnten, da es passieren kann, dass dieser schon voll. Die Zugfahrt hat übrigens 14 Stunden gedauert. In Cha-uat hat uns dann P Ju unser Campleiter mit seinem Pick-up abgeholt und richtig Thai-style sind wir dann ca 40 Minuten lang immer tiefer in den Dschungel gefahren, um das Dorf Kuan Mai Bong zu erreichen. Uns wurde schon ein bisschen mulmig, weil wir nicht wussten was uns erwartete. Im Camp angekommen wurden wir freundlich von allen Campteilnehmern begrüßt. Es waren fast alle Kontinente vertreten (Asien: China, Japan, Südkorea, Indonesien; Europa: Frankreich, Deutschland, Tschechien, Italien, Spanien; Nord-Amerika: USA)

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Als Erstes wurde uns unser Schlafplatz gezeigt, der zugleich auch die Schule war. Die „Schule“ bestand eigentlich aus einem erhöhten Plateau aus Holz mit einem Dach und einem kleinen Hinterzimmer. Also eigentlich haben wir im Freien geschlafen. Die Schule war auf einem kleinen Berg, die durch einen noch nicht fertigen Weg zu erreichen war. Wir nannten sie die Todesstiege ?. Geschlafen haben wir eigentlich immer unter einem Moskitonetz (es hat auch ein paar Mutige gegeben, die keines hatten) was uns vor Insekten, Fledermäusen, Geckos usw. beschützt hat. Die Nächte waren eigentlich immer ziemlich windig und man konnte zu den Lauten der Geckos gut einschlafen.

So nun zu unserem Tagesablauf. Aufgestanden wurde täglich um 6 Uhr. In der Früh waren die daily tasks zu erledigen, diese waren Abwaschen, Zusammenkehren, Müll wegbringen, Wasser holen, Tiere füttern, beim Kochen helfen, usw. Nach dem Frühstück (was übrigens immer Reis war) ging es gleich weiter zur Arbeit. Zum Mittagessen sind wir eigentlich immer ins Camp zurückgefahren und konnten uns ca eine halbe Stunde Pause gönnen. Meistens arbeiteten wir am Nachmittag auch wieder. Am Abend hatten wir Zeit für uns, meistens gingen wir ins Dorf zu den Einheimischen in den Minisupermarkt, der gleichzeitig auch ihr zuhause war, und gönnten uns eine Cola oder ein paar Süßigkeiten. Auch mit den anderen Campteilnehmern verbrachten wir viel Zeit, wir spielten Uno, sangen oder tratschten jeden Abend. Mit unseren beiden Campleitern Jo und Alief, die ungefähr in unserem Alter waren, verstanden wir uns total gut und sie machten das Camp unvergesslich.

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Nun mehr zu unserer Arbeit: Wegen des Wassermangels halfen wir den Einheimischen unter der Woche beim Bau eines Dammes, Zementierten diesen und verlegten die Rohre. Am Wochenende unterrichten wir die Kinder. Da wir in einer Alternative School untergebracht waren, fand der Unterricht nur am Wochenende statt. Unterrichtet haben wir auf Englisch. Die Thai-Kinder konnten jedoch noch nicht so gut Englisch aber die Verständigung klappte trotzdem relativ gut. Einmal hielten wir eine Stunde zum Thema Emotions. Wir malten Smileys mit verschiedensten Gesichtsausdrücken und lernten den Kindern die Vokabeln spielerisch.
Die Arbeit war total anstrengend, bei 40 Grad buddeln, Zement mischen, usw. war wirklich hardcore, wenn es jedoch einmal zu viel wurde konnte wir immer eine Pause machen.
Zum Thema Wasser: Wie oben erwähnt gab es einen Wassermangel. Da es schon Wochen lang nicht mehr geregnet hat, hatten alle Thais im Dorf kaum Wasser und wir mussten extrem sparsam damit umgehen. Das bedeutete kein Duschen! (hier duscht man sich nämlich mit Regenwasser) Auch nicht nach dem Arbeiten. Da wir nach dem Graben aber komplett voll mir Schlamm waren, gingen wir alle gemeinsam immer in einen kleinen Teich um uns die Erde runter zu waschen. Am Anfang war es ein ziemlicher Schock für uns, aber wir gewöhnten uns schnell daran. Einmal durften wir auch bei einer Gastfamilie übernachten, was uns total gefallen hat.

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Ein weiteres besonderes Erlebnis war ein Abendteuerausflug, wo wir mit den anderen
Campteilnehmern Kajak gefahren sind. Besonders war auch die Wanderung mit den
Einheimischen, wo wir am Geburtstag der Königin, welcher auch der Muttertag der Thais ist, durch den Dschungel. An diesem Tag beteten sie zu den Geistern und baten um Regen indem sie Mönchskleider um die großen Bäume hingen.
Der ganze Thailand Trip war ein unvergessliches Ereignis, geprägt von tollen Momenten,
dass wir gar nicht alles aufzählen können. Es waren die Menschen, der Zusammenhalt, die
Früchte, die Tiere (Skorpion! Krebse, Affen, Elefanten, Krokodile, die ekelhaftesten und
riesigsten Insekten, ..), die Kultur, die Musik, der klare Sternenhimmel, .. was immer in
unserer Erinnerung bleiben wird.
Im Großen und Ganzen war es ein Erlebnis, das wir jedem nur weiterempfehlen können. Die Thais waren so herzlich und gastfreundlich, dass uns der Abschied wirklich schwer fiel. Wenn wir die Möglichkeit hätten, wieder hinzufahren würden wir es auf alle Fälle tun.
Falls ihr noch irgendwelche Fragen habt, beantworten wir sie euch natürlich gerne!

Sonja und Karo

Flüchtlingsheim in Griechenland

von Jenny Lavrio, August 2007

Nachdem ich im Wiener Integrationshaus den Buddy-Kurs besucht habe und seit einigen Monaten die Kinderschwimmgruppe der Asylwerber*innen begleite interessiere ich mich auch auf der Uni immer mehr für das Thema Migration. Der SCI bietet hier unglaublich viele Workcamps im Bereich Flüchtlinge und Asylwerber*innen und so fällt dieses Jahr meine Wahl auf ein Flüchtlingsheim an der Küste von Lavrio, geführt vom griechischen roten Kreuz.

Neben einem Flüchtlingsheim nur für Menschen aus Afghanistan, gibt es auch noch, eines nur für Kurd*innen. Bis auf eine Familie kommen alle aus der Türkei. Zum ersten Mal ist die Arbeit hier keine wirklich manuelle Arbeit, sondern wir sind dazu aufgefordert uns Spiele für die Kinder auszudenken. Nachdem hier sowohl Mädchen als auch Jungen zwischen drei und 15 Jahren leben ist es schwierig etwas zu finden, dass allen gefällt. Nach ein paar Tagen, in denen Fußball, Volleyball oder auch Fangen spielen nicht gerade große Erfolge eingebracht haben, beginnen wir uns im Klassenzimmer mit den Kindern zu beschäftigen. Das funktioniert viel besser! Zeichnen, basteln (einige haben hierfür zum Glück Perlen oder ähnliches mitgebracht, nachdem kaum etwas vorhanden war) – aber der absolute Hit ist BINGO spielen. Die Kinder steigern sich regelrecht in das Spiel hinein (ob das an den Süßigkeiten als Belohnung für Bingo liegt) und der Lärmpegel schwillt immer sehr schnell an. Zum Glück haben wir einen jungen Mann Ende 20 der uns hilft. 2 unserer Teilnehmer sprechen zwar griechisch, der Rest (eine Portugiesin, ein Amerikaner, ein Kanadier, eine Deutsche) versucht sich auf Englisch mit den Kindern zu verständigen. Aber Kurdisch kann niemand von uns. Aber wie schon in den Camps davor, findet man schnell einen Weg zu kommunizieren. Und mit den kleinen Kindern ist das sowieso nicht notwendig – wenn man mit ihnen Fangen spielt. Manchmal bin ich etwas deprimiert, weil ich nicht mit so einer Leichtigkeit mit den Kindern spielen kann wie andere – ich habe nämlich überhaupt keine Übung darin. Schnell gewöhne ich mich jedoch an die Arbeit mit den Kindern und es macht richtig Spaß! Außerdem dreht sich das Camp ja nicht nur um die Kinder!

Vor diesem Camp haben ich eher wenig über die Kurd*innen gewusst. Hier werde ich mit Informationen regelrecht überschüttet. Einige hier haben früher in der kurdischen Armee gekämpft, weswegen sie fliehen mussten. „Wie stehen Sie eigentlich dazu, dass die PKK von Europa als terroristisch eingestuft wird?“ Fragt der Kanadier bei einem großen Essen zu dem wir eingeladen wurden. Ich starre ihn an und warte nervös auf eine Reaktion auf diese heikle Frage. Aber niemand scheint beleidigt zu reagieren und wir führen viele Diskussionen.

Wenn ich auch nicht mit allem einverstanden bin, was ich hier zu hören bekomme so ist es doch alles sehr spannend. Aber nicht nur über die türkische Politik wird geredet. Auch über kurdische Traditionen. In der zweiten Woche werden wir zu einem großen Fest eingeladen, mit viel Essen, einer Band und Gruppentänzen. Wir waren so etwas wie die Ehrengäste und das Fest war einfach unglaublich!
Auch auf die Flüchtlingsthematik kommen wir natürlich zu sprechen. Es gibt hier viele Ähnlichkeiten aber auch Unterschiede im Vergleich dazu, wie ich Integrationskonzepte in Wien kennen gelernt habe. So ist es für mich nicht verständlich, warum das griechische Rote Kreuz ein eigenes Flüchtlingscamp nur für Kurden errichtet hat. Natürlich gibt es in jedem Land Migrationsnetwerke, sodass sich auch in Wien viele Kurden zusammen schließen können. Aber gerade in Bezug auf den Spracherwerb ist es eher hinderlich, wenn man gängigen Integrationskonzepten folgen möchte. Dennoch gibt es natürlich auch hier Vorteile, denn die Menschen scheinen einen Teil ihres verlorenen Zuhause mitnehmen zu können.
Am Meisten erfahren wir bei dem oben erwähnten Kurden, der viel Zeit mit uns verbringt. Manchmal übernachtet er sogar bei uns (wir schlafen in einer Schule – knapp 15 Minuten zu Fuß vom Flüchtlingsheim entfernt). Er erzählt viel über Kurdistan, aber auch über seine Zeit als Soldat. Manchmal ist es kaum nachvollziehbar, dass jemand in meinem Alter (auch wenn er jetzt schon Ende 20 ist) solche Dinge erlebt hat, wie er sie uns beschreibt. Es sind richtige Kriegsgeschichten und manchmal wirklich nicht leicht zu hören.
Als das Camp vorbei ist, verstehen wir uns so gut, dass ein Teil unserer Gruppe beschließt noch eine Woche in Griechenland zu bleiben. Ich verschiebe extra meinen Flug und wir fahren mit der Fähre von einer kleinen Insel zu nächsten und schlafen mit unseren Schlafsäcken am Strand. Ich habe zuvor noch nie wirklich im Freien geschlafen und erst Recht nicht am Strand und auch nicht im August wo wir fast jeden Abend eine Sternschnuppe gesehen haben. Es war einfach ein tolles Camp! Mit den Volunteers habe ich mich so gut verstanden wie noch nie zuvor und ich bin froh in ein Flüchtlingscamp gefahren zu sein, weil mich die Erfahrungen hier noch mehr bestätigen, dass ich mich im Rahmen meines Studiums von nun an auf Migration spezialisieren möchte. Außerdem war ich überrascht davon, wie gut wir in die Gemeinschaft aufgenommen wurden (das Camp fand ja nicht zum ersten Mal statt, aber die Sozialarbeiterin meinte, dass es zuvor noch nie so gut gelungen ist).

Proyecto Chiriboga in Euador

von Katharina

Das Proyecto Chiriboga findet jährlich in den Sommermonaten in Ecuador statt. Die Workcamps dauern jeweils vier Wochen und werden in den Monaten Juli, August und September angeboten. Die Fundación Proyecto Chiriboga aus Quito, die das Projekt koordinierende Organisation vor Ort, entsendet zudem auch Langzeitvolontäre in verschiedene Regionen Ecuadors.

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Das Workcamp

Das Workcamp war in zwei Abschnitte aufgeteilt. Anreise war nach Quito, die ersten Tage danach verbrachten wir in Chiriboga, einem kleinen Ort 50 km südwestlich von Quito im Nebelwald, wo die Organisation ein großes Stück Land besitzt, das erhalten werden und vor Abholzung geschützt werden soll. Dort führten wir ein Inventarium der bestehenden Bewaldung unter Mithilfe von Student*innen der lokalen Universitäten bzw. andere anfallenden Arbeiten durch (was die meiste Zeit Forellenbecken säubern oder Obst pflücken war). Am darauffolgenden Wochenende reisten wir dann über Quito nach Jipijapa in der Provinz Manabí, wo wir die nächsten drei Wochen verbringen sollten. Hier war die eigentliche Aufgabe, Englisch an Grundschulen und colegios (Art von berufsausbildenden und universitätsvorbereitenden Schulen, ähnlich wie Oberstufe am Gymnasium) zu unterrichten.

Da wir eine große Gruppe waren, konnten nicht alle von uns unterrichten, deshalb wurde ich und eine weitere Teilnehmerin der „Unidad de Higiene y Salubridad“ (etwa: Hygiene- und Heilsamkeitsabteilung) des Rathauses zugeteilt. Dieses führten zu dieser Zeit eine Reihe von Vorträgen und Workshops an Schulen durch, um die Schüler über Themen wir Mülltrennung und andere Umweltproblematiken zu informieren, zu denen wir sie begleiteten. Außerdem säuberten wir mit den Mitarbeiter*innen der unidad einen Straßenabschnitt von Müll und pflanzten dort Bäumen. In dem ganzen Zeitraum in Jipijapa waren wir in Gastfamilien untergebracht.

Es waren elf Teilnehmerinnen, davon eine Hälfte Deutsche, die andere Französinnen sowie eine Italienerin. Einige sprachen kein Spanisch und sehr wenig Englisch, wodurch teilweise die Kommunikation etwas schwierig war.

 

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Persönliche Erfahrung

Das Workcamp war für mich eine wunde rbare Möglichkeit, Ecuador von einer anderen als der touristischen Seite kennenzulernen. Ecuador ist ein faszinierendes Land mit einer unglaublichen Vielfalt in der Natur, ein Land, in dem man in ein paar Stunden Busfahrt die vier Jahreszeiten und komplett verschiedene Vegetations- und Klimazonen durchqueren kann. Die Arbeit des Workcamps war leider zum Teil wenig befriedigend, da wir bei den Vorträgen kaum aktiv teilnehmen konnten bzw. vorgebrachte Ideen und Vorschläge höflich ignoriert wurden. Für mich schien es, als ob der Hauptgrund dafür, dass wir an den Vorträgen teilnehmen sollten, war, dass wir als Europäerinnen in Jipijapa extrem viel Aufmerksamkeit erregten und somit das Projekt der Mülltrennung ebenfalls Beachtung erfuhr. Etwas bizarr war auch, dass wir mehrmals wöchentlich Interviews für Lokalfernsehen und Radio geben sollten, eine Aufgabe, die meist mir zufiel, da mein Spanisch am besten war. Ich verstehe sehr gut die Gründe, warum wir quasi für ihre Zwecke benutzt wurden, und grundsätzlich störte es mich auch nicht, nur kam ich mir die Zeit über relativ nutzlos vor. Zudem verbrachten wir viele Stunden damit, darauf zu warten, was als nächstes passiert. Die Menschen waren aber durchgehend unglaublich freundlich und herzlich, und es war sehr spannend einen Einblick zu erhalten, wie Ecuadorianer arbeiten und wie sie versuchen, die Probleme, die im Land bestehen, zu lösen.

Das Beste am Workcamp war für mich persönlich meine wunderbare Gastfamilie, die mich wie ein Familienmitglied aufnahm. Ich wohnte im Haus einer Großmutter, tagsüber war das Haus voll mit Kindern und Enkelkinder, und so eine herzliche und liebevolle Aufnahme habe ich noch nie erlebt. Jipijapa ist kein Ort, in dem man als Tourist gerne bleiben wollen würde, aber in dieser Familie habe ich mich komplett wohl gefühlt und war sehr traurig, als ich sie verlassen musste.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich war die Organisation in Quito. Meinem Empfinden nach war die Finanzierung des Workcamps etwas undurchschaubar. Der Campbeitrag betrug € 320,-  was in Ecuador eine sehr große Summe ist. Ein (zu kleiner?) Teil davon ging natürlich an die Gastfamilien, der Rest war in Unterkunft, Material und Unterstützung der Organisation aufgesplittet. Ständig wurden von der Organisation zudem Extrakosten für Busfahrten, Internet, Wäsche, etc verrechnet. Ich kann natürlich irren, aber ich hatte das Gefühl, dass der Beweggrund für die Organisation von Freiwilligendiensten hauptsächlich der finanzielle Aspekt war, was sich in dem Verhalten uns Freiwilligen gegenüber zeigte.

Sobald wir in Jipijapa waren, wurden wir von einer Koordinatorin vor Ort betreut, die aber kaum präsent war. Es wurden in dieser Zeit keine Gruppenaktivitäten organisiert, teilweise konnten wir an den freien Wochenenden gemeinsam Dinge unternehmen. Leider bildete sich dadurch und durch die erwähnten Sprachschwierigkeiten leider nie eine Gruppendynamik, wie ich sie von anderen Workcamps kannte.

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Würde ich es wieder machen?

Ja, auf jeden Fall! Trotz aller Kritikpunkte hatte ich eine wunderbare Erfahrung, habe tolle Menschen kennengelernt und viel über ein mir bis dahin unbekanntes Land gelernt. Ich würde allerdings empfehlen, wirklich nur mit Minimum Grundkenntnissen bis guten Kenntnissen in Spanisch hinzufahren, da die Erfahrung eine ganz andere ist, wenn man kommunizieren kann. Außerdem erschwert nicht vorhandenes Spanisch logischerweise sehr das Englisch unterrichten. Vor Ort lernt man dann sehr schnell dazu bzw. kann Gelerntes auffrischen.

August 2011

 

 

 

ManCheck Workcamp in Berlin from July 28th to August 11th 2013

Verfasst von Martin Lacroix

The Idea

The SCI workcamp in cooperation with ManCheck Berlin is a workcamp on the topic of HIV-prevention and also prevention of other STI´s (sexually transmittable infections). A group of 10 including the 2 workcamp coordinators gathered in Berlin for 2 weeks, during the study parts of the programme learned about the work in the field of prevention, mainly focused on the groups that have a higher risk of an HIV-infection, respectively infection with another STI: MSM (men having sex with men), but also sex workers and drug users. What we had learned within these study parts was directly put into practice, when supporting the professional team of prevention workers of MenCheck in their outreach actions which took place in the gay scene of Berlin, distributing condoms, reminding people of the importance of safer sex (and as well safer use of drugs) and to inform about possible health risks. For the last evening of the camp the participants of the camp had to design their own outreach action which worked out as a great success for us.

Alika from Ukraine: In this camp I was in a completely different world.

berlin4About what we learned (study parts)

The program of the 2 weeks was quite intense: At daytime we got a lot of theoretical and practical input by the team of ManCheck, but also had to do our own research, mainly in group work, of which the results we presented to the rest of the group then. We did excursions to different institutions in Berlin working with our target groups and in the field of HIV as well, as for example the Berlin Schwulenberatung, the biggest counselling institution in Berlin for gays, the Berliner Aids Hilfe (Berlin Aids Help), Fixpunkt, an institution working with drug users with the aim of harm reduction for their clients and also Subway, an institution with a drop-in-space for young male sex workers. What we saw and learned there, especially when it was about the situation of sex workers or drug users, could be quite hard and depressing.

Berta from Barcelona: In this camp I have learned to appreciate more the things around me and to distinguish the big problems from the little ones. It has been a lesson for my whole life.

Each country prepared its own country presentation on the situation in the home countries of the participants: Austria, Catalunia/Spain, Germany, Italy, Russia, Serbia and Ukraine, covering the topics of general economic and social situation, the situation of homosexuals, and of HIV: infection rate, prevention work that is done, affected groups in these countries and more. We had a lot of discussions and learned a lot, sometimes it felt rather like a training camp than like a workcamp, those who had been to other workcamps agreed that this workcamp was quite different from what camps usually look like.

Luca from Italy: I liked that you could see a lot of points of view, I reflected a lot, I grew personally and I improved.

berlin3Of course when talking about sexuality, different sexual practices and also personal experiences within 2 intense weeks you also get personally involved, especially when it is with a group that could work together very well. When working on the field of prevention of HIV and STI you have to be ready to talk about sexuality openly – which we ended up doing not only during our working sessions, but in our free time as well. Some learned about sexual practices they had never heard of before – the most popular one in our group was fisting, but there were others like rimming or Bukkake as well. Some found themselves talking about sex in a way they probably usually wouldn´t have. In the end we agreed that it was a good and important experience for us.

Oriol from Barcelona: “It was a very good experience that made me feel more open-minded than before and I was in a group that made me feel so comfortable which helped to share a lot of things with trust and sincerity.

Outreach actions

Each participant of the camp took part in at least 2 outreach actions in the gay scene of Berlin. We visited different kinds of clubs and bars and went to the most popular gay cruising area of Berlin in the public park “Tiergarten” as well. Depending on the place we made quite different experiences how the people would react to our work: some were very grateful and interested, others seemed not really to care about the topic safer sex or even said that they would not practice it. Quite often the contact with the members of the target groups were quite short, especially when it was on a barhopping tour, where we did not have a stand: handing out a condom and just wishing the person a nice evening was how the average contact in this setting looked like, but still we felt that also for those – and maybe even for those who would not take the offered condom – it could be an important reminder. When we had a stand, like we did in the cruising area or in some of the clubs, this gave us a better chance to talk with people, give them more information and get them more involved. The work on the outreach actions was also very much about how to present the information we wanted to share in a way that would attract people and make them get involved, putting our information in a game like a quiz or another fun activity – which worked out well. Our group liked the work we had to do, as it was at the same time important information we were passing on and as it could be fun at the same time as well.

Francesc from Barcelona: I am now a more open-minded person than before and I would like to continue working with the topic when I go home.

Our own outreach actions

For the last evening we had to design our own outreach actions, which we did in 2 groups, as the 10 of us were too many to be put on one stand only. One group of 5 participants prepared an action for a bad taste party, they dressed up as a doctor, 2 sexy male nurses and 2 condoms (!!) and prepared some informative quiz games for the visitors of the club. They also – using photoshop – prepared some posters of celebrities or pop stars, changing the lines of well-known song titles, so the songs would then be about safer sex. (E.g. Britney Spears: “Oops, I did it again, I´ll have to get tested again!”, or Whitney Houston: “ I will always love you safe.”). They managed perfectly well to get the people interested in what they were presenting and got loads of positive reactions.

Valerie from Austria, talking about the workcamp: Gimme gimme gimme a man with a condom! I loved the group, I loved the work, thanks to everyone!

berlin1The second group was successful as well, performing their “Magic Condom Show” in one of Berlin´s most famous gay clubs, the SchwuZ. Dressed up as a magician, 2 white rabbits and 2 assistants to the magician they presented more or less “magic” tricks with condoms and a card game, and also got people involved in a quiz game. A cheerleading rabbit would invite people to take a closer look at the stand, to those who were not really interested in participating in the activities a white rabbit would just offer a condom – and the people loved our show!

Freetime acitivites

Even if there was not really that much free time, we managed well to get around Berlin and get to know some nice places as well. We went swimming to a lake that was close to the place where we lived, we visited different parks and did some sightseeing for example at the Bundestag or the famous Holocaust memorial and visited some of the famous sites like the Brandenburger Tor. In the evenings we went out to bars and clubs, often joining the other members of the group who were doing an outreach action visiting the same club to have a drink together after they would be done with their work. On one evening we participated at a common barbecue of 5 SCI workcamps that were taking place in Berlin or at least close to Berlin at that time, where we would also present our workcamp to the other camps. Playing games was one of our favourite things to do, when being out in a park or staying at home in our garden: among many others we played contact, Mafia, table tennis and of course secret friend, a game in which everybody get small presents from another member of the group and could try to find out who was his or her secret friend. We had a lot of fun and enjoyed our time together.

Jenny from Germany: I love the group and I love the time we spent together.

About the people

Even if we agreed that we were a quite heterogenous group with people with very different characters, right from the beginning we managed to work together very well. As everybody was open to the group, dedicated to the topic and giving his best for the team, we could spend a good time together, even being different characters, having different sexual orientations, different ages and quite different backgrounds. The conflicts that of course occasionally occurred we managed to handle well.

Katie from Russia: I never thought that it was possible to come together with so many amazing people in one place at the same time!

The cooperation with the team of ManCheck worked out very good as well, Pablo, Robert and Thomas, who were the ones working with us most of the time, would present us their work and the information they had prepared for us in a way that made it easy for us to get interested, and of course it is more fun working with people who are as dedicated to what they are doing as the team of ManCheck is – we were very grateful for that!

Now that I am writing this, just recently arrived back home in Vienna, I can say that I am missing each and every member of our group, and I think that many of us feel the same. The camp was a great experience that I would not like to miss.

Luka from Belgrade: Now that the workcamp is finishing, I am realizing how amazing it was.

 

 

Workcamp „Theaterflucht“ in Bern

Verfasst von Susanne Sulig

Im Zug von Wien nach Bern habe ich Zeit zum Nachdenken. Darüber, was mir die zwei bevorstehenden Wochen wohl bringen werden. Theater mit Kindern und Jugendlichen aus sogenannten Durchgangszentren (und die sich demnach im Asylverfahren befinden) will und soll gemacht werden.

Eine Woche Vorbereitung für die Freiwilligen, eine Woche praktische Arbeit, also gemeinsames Theaterspielen. So viel weiß ich. Und so wenig.

Vierzehn wunderbare, fordernde, beglückende, ermüdende, ernüchternde, aufregende, bereichernde Tage werden folgen. Wir, die zehn Freiwilligen aus Spanien, Russland, der Ukraine, der Schweiz und Italien haben in der ersten Woche Zeit, uns kennenzulernen, uns aufeinander einzustimmen und uns vorzubereiten. Tanz- und Improvisationsworkshops, in denen wir ein grundlegendes „Handwerkzeug“ für die zweite Woche und die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen vermittelt bekommen, sowie theoretische Werkstätten zu und über das Asylverfahren in der Schweiz, Rassismus, Migration und Integration bilden das tägliche Rahmenprogramm der ersten sieben Tage.

In der zweiten Woche treffen wir auf die Kinder und Jugendlichen und beginnen gemeinsam, zu tun und zu machen, zu spielen und zu wüten, spielwütig, aufgeregt und angeregt springen wir ins Ungewisse und Unbekannte um am Ende der Woche dort anzukommen, wo wir uns hingeführt und hingearbeitet haben, alle zusammen. Am Samstag betreten die Kinder und Jugendlichen die Bühne und bereiten Eltern und Freunden ein kleines Schauspiel.

Die Erfahrungen, Begegnungen, Gefühle und Momente dieser Wochen können hier schwer in Worte gefasst werden. Nur so viel : zusammen entwirren, zusammen verstehen, zusammen kommen, zusammen weiterkommen, zusammen ankommen. An einem Ort. An einem Punkt in der Zeit. Und vielleicht und hoffentlich trägt ein jeder von uns der mitgemacht und mitgelacht und mitgedacht hat etwas von der gemeinsamen Zeit mit sich. Und weiter. Hinaus. Für mich gilt : alsbald wieder.