Archiv der Kategorie: Wochenendaktionen

Urban Gardening in einem Wiener Flüchtlingsheim

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Von Mai bis August 2015 arbeitete der SCI bei einem Projekt der Jungen Volkshilfe zum Aufbau eines Gemüsegartens in einer Flüchlintgseinrichtung der Volkshilfe Wien mit. Gemeinsam mit motivierten Ehrenamtlichen und den Bewohnern der Flüchtlingseinrichtung haben wir das Grundstück gerünt – um es nicht nur mit Pflanzen, sondern auch mit Menschen zu beleben.

Beim Einsetzen von Petersilie, Chilli, Zucchini- und Kohlrabipflanzen stand vor allem der gemeinschaftliche Aspekt im Vordergrund. Unser Urban-Gardening-Projekt ist nicht nur aus dem Interessensgebiet der Asylwerber entstanden, um ihnen ein eigenes Projekt zu geben, das sie gestalten können, sondern sollte auch Menschen aus Wien mit Asylwerbern zusammen bringen. Es werden Berührungspunkte geschaffen, Rezeptideen (Was kocht ihr alles in Afghanistan mit Chilli?) und neue Vokabel auf Deutsch und Arabisch und Farsi ausgetauscht.

Soziale Ausgrenzung und fehlende Interaktion sind ein Nährboden für Missverständnisse – wir wollen Menschen zusammen bringen und was verbindet mehr, als sich gemeinsam die Hände schmutzig zu machen?

11709620_843724919039069_1648487865265773362_nWas wurde in der ersten Runde angepflanzt?

  • Gemüse: Zucchini, Kapuzinakresse, rote Zwiebeln,Spinat, Kohlrabi
  • Gewürze und Kräuter: Lavendel, Thymian, Chili, Schafgabe, Rosmarin, Zitronenmelisse, Strochenschnabel, Estragon, Ananasminze, Petersilie, Schnittlauch, Ysop, Oregano, Goldrute
  • Blumen: Sonnenblumen, Dhalia, Mädchenauge

Wir bedanken uns bei der Jungen Volkshilfe für die tolle Zusammenarbeit und an alle Freiwilligen fürs Mitmachen! 🙂

Jump4Rivers, Marchegg (NÖ), 20.-22. März 2015

IMGP1386_klThe Jump4Rivers Training, which we organised as part of our River Jump initiative together with YTAE / WWF Austria, was all about rivers and how to get active to protect them – a weekend of networking and planning of a Big Jump Challenge project. The participants found out about the Big Jump Challenge, its background – the EU Water Framework Directive – and how to be part of the action.

15 young people from Slovakia, Austria and the Czech Republic were motivated to plan their own river protection action and we came up with some great ideas at local rivers in Bratislava, Ostrava, Graz and other places. At the same time they got to know the beautiful floodplains of the WWF reserve in Marchegg (including storks and a marvellous sunset).

The highlight of the training was our jump into the Morava on March 22, which was World Water Day. We jumped into the (very cold!) river under the motto “Rivers know no borders” in order to raise awareness for the political border issues that make a renaturalization of the Morava, which was straightened in the 1970s, impossible. NÖN, a local Austrian newspaper, reported about our jump.

erasmus_logoThis project has been funded with support from the European Commission. This publication reflects the views only of the author, and the Commission cannot be held responsible for any use which may be made of the information contained therein.

Pflegeeinsatz Naturdenkmal Brunnlust 7. März 2015

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Was das Wiener Kaffeehaus für Unfreundlichkeit ist, ist das Niedermoor Brunnlust für das Vorblattlose Leinblatt: Ein letzter Rückzugsort, in dem es noch gedeihen kann, als Halbschmarotzer, sommergrün und mit kriechenden Rhizomen – spätestens hier endet die Analogie allerdings. In Österreich wächst das Leinblatt nur noch in Brunnlust und den angrenzenden Feuchtgebieten, zwischen Fettkraut und Mehlprimel sowie ca. 50 anderen gefährdeten Arten. Damit diese auch weiterhin dort überleben können, muss das Moor einmal im Jahr von HandIMGP0919-1sml gemäht werden, damit die kleinen Pflanzen genügend Licht bekommen.

Dieses Jahr waren erstmals SCI-Freiwillige an der Pflegeaktion des Naturschutzbundes Niederösterreich beteiligt. Wir halfen beim Mähen, Zusammenrechen und Abtransport des Mahdguts, erhielten eine naturkundliche Führung durch das Moor und verschafften uns, auf einer Biberburg stehend, einen Überblick über das Naturschutzgebiet.

Nun sind Moore dafür bekannt, nicht immer trittfest zu sein. Diesen Ruf haben sie sich allemal verdient, wer nicht aufpasst, versinkt mit seinen Gummistiefeln in einem Wasserloch. Dann bleibt nur noch zu IMGP0960smlhoffen, dass es nicht tiefer ist, als die Stiefel hoch sind, und meistens kommt man trockenen Fußes davon. Wenn nicht, hilft Lachen über die eigene Tollpatschigkeit und ein Sprung in den weichen Mahdguthaufen zusammen mit den anderen Freiwilligen. (Und übrigens ist „Mahdgut“ auch ein wirklich schönes Wort.) Die Fußerfrischung ist so schon wieder vergessen. Am Ende des Tages liegt das von Schilf und Schneidgras befreite Moor in zufriedenstimmender Abendsonne. Voller neuer Eindrücke und in Gedanken an die spannenden neuen Bekanntschaften kann man sich der Rückmeldung seiner Muskeln hingeben. Man weiß, dass man geholfen hat, einen einzigartigen Lebensraum zu erhalten, und das macht man nun wirklich nicht jeden Tag. Nächstes Jahr wird der SCI wieder an der Pflegeaktion teilnehmen, vielleicht wird es sogar ein Wochenendcamp geben!

Bernhard

Auch Lust auf einen Wochenendeinsatz?

Workcamp Poysdorf, 25-28 September 2014

Verfasst von Jana Forsthuber

Foto: Gabriele Pfundner
Foto: Gabriele Pfundner

Nach vier Tagen im Wochenend-Workcamp in Poysdorf weiß ich jetzt endlich, wo das Weinviertel wirklich ist, und werde es nicht mehr verwechseln. Was natürlich die Hauptsache ist. Ich weiß aber auch, dass der Kreuzenzian-Ameisen-Bläuling eine Schmetterlingsart ist, und was seine Raupe macht. Nämlich auf dem seltenen Kreuzenzian heranwachsen, Ameisenlarven fressen und sich von den anderen Ameisen aufziehen lassen. Und da ich bei unserer Pantomime, die im prasselnden Regen unter einer Plane stattfand, zu einer tragenden Rolle kam (die der Ameise), war auch gleich die Schüchternheit ein bisschen aufgelockert.

Foto: Jana Forsthuber
Foto: Jana Forsthuber

Wir standen also am ersten Tag zu neunt dort auf der Wiese, umgeben von Hügeln, Sträuchern und holprigen Wegen, wir kannten uns noch nicht wirklich gut, wollten arbeiten, und es schüttete. Also hielten wir mit allerlei Werkzeug, Heugabeln und Rechen die Plane über uns, was immerhin auch unsere Kreativität, Geschicktheit und Kraft erforderte. Nach einigen Minuten Einführung und Warten auf trockeneres Wetter rechten (das Wort liest sich komisch, aber es ist das Arbeiten mit dem Rechen gemeint) wir allerdings doch noch erstaunlich viel Heu vom gemähten Hang.

Auch die darauffolgenden Tage lassen sich vor allem durch die Arbeit in der Natur, das trübe Wetter, das gute Essen und die wirklich freundlichen, offenen und motivierten Gesichter der Gruppe und OrganisatorInnen charakterisieren. Während wir ein Stück weit dazu beitrugen, die vielfältigen Arten der Trockenrasen zu schützen, spielten wir auch unterhaltsame Gesellschaftsspiele, aßen verkohlten Paprika vom Grill in der Nacht und frische warme Nuss-Schnecken zum Frühstück, sprangen ins eiskalte Teichwasser und wurden von einem netten Weinbauern mit einem Traktor durch die Kellergassen geführt.

Foto: Gabriele Pfundner
Foto: Gabriele Pfundner

Den SCI hab ich vorher als Ehrenamtliche schon gut gekannt, ein Workcamp ist aber doch durch die vielen neuen Leute nie wirklich vorhersehbar. Man weiß nie, wie selbstständig eine Gruppe zusammenhält, welche Dynamik entsteht und wer Verantwortung übernimmt. Dadurch, dass es nur vier Tage waren, war es ein sehr schnelles Kennenlernen, was sich aber ganz sicher noch vertiefen kann, wenn die Leute sich wo anders wieder begegnen. Die meisten kamen aus Österreich und Deutschland, eine Tschechin und eine Ukrainerin waren noch dabei, und im Laufe der Arbeit kam man immer wieder mit allen von ihnen in Kontakt. Die Stimmung war gelassen, zu Beginn ein wenig schüchtern, und am Abend noch lange lustig. Das Essen war vegetarisch, weil Vegetarierinnen fast die ganze Gruppe ausmachten, mit Ausnahme des männlichen Teilnehmers, dem trotzdem eine Chance gegeben wurde, sich zu integrieren;), und für welchen öfters etwas zusätzliches zur Verfügung stand. Eine Schulküche bereitete für uns in den ersten Tagen gleich mehrere Gänge vor, von Salat und Suppe bis zu veganer Lasagne, Spätzle und Kuchen. Die sonstige Freizeit verbrachten wir meist am Campingplatzgelände, wo wir in einem Haus mit Sanitäranlagen und improvisierter Küche untergebracht waren.

Foto: Melanie Balaz
Foto: Melanie Balaz

Erst am letzten Tag schien die Sonne, wir fuhren wieder zu einer neuen Wiese und gönnten uns danach als Belohnung ein Eis. Zurück bleibt eine vollbrachte Arbeit von mehreren hundert Quadratmetern Trockenrasen, die in den kommenden Jahren nicht weiter mit Sträuchern zuwachsen sollen, ein Eindruck von den netten Menschen im Naturschutzbund und in der Gruppe selbst, und ein Bild von weiten Hügeln mit erntereifen süßen Weintrauben (die selbstverständlich nie gekostet wurden).