Memory beyond Rhetoric: Paths of Peace Study Camp

2015 gilt als Erinnerungsjahr des Ersten Weltkriegs. Da der SCI direkt nach den Gräueln dieses Krieges gegründet wurde, wurde die internationale Kampagne “Memory beyond Rhetoric” (mitbegründet vom Europe for Citizens Programme) ins Leben gerufen. In unterschiedlichen Study Camps treffen sich in diesem Jahr Freiwillige aus ehemaligen verfeindeten Ländern, um gemeinsam über die Grausamkeiten des Krieges zu sprechen, den Mythos des heldenhaften Soldaten kritisch zu analysieren und um über heutige Auswirkungen des Krieges zu sprechen.

Memory Beyond Rethoric 2015 - copyright: Valerie Weidinger

Memory Beyond Rethoric – copyright: Michaela Sohorz

Das Study Camp des SCI Österreich fand in Kötschach-Mauthen (Kärtnen) statt, also sich in unmittelbarer Nähe zu den ehemaligen Stellungen österreich-ungarischer und italiensicher Soldaten.

Die 12 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus Italien und Österreich machten das Study Camp zu einem bilateralen. Die Freiwilligen forschten selbständig über den Ersten Weltkrieg und lernten durch Methoden non-formaler Bildung. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an den belebten Diskussionen teil, kreierten ihr eigenes Lehrmaterial und tauschten ihre Ideen in offenen Prozessen aus.

Zu Beginn wurden Teambuilding-Spiele unternommen, um die Gegend gemeinsam zu erkunden und die Arbeit zu verteilen, die notwendig für das Zusammenleben war (Kochen, Putzen, etc.).

Als ersten Schritt konstruierten die Freiwilligen eine Zeitleiste zum Ersten Weltkrieg. In einem weiteren Schritt fügten sie die wesentlichen Ereignisse der italienisch-österreichischen Front hinzu und diskutierten über diese Ereignisse im Detail.

Da der SCI kurz nach dem Ersten Weltkrieg gegründet wurde, legten wir einen Schwerpunkt auf die Geschichte und Verbindung des SCI zum Ersten Weltkrieg. Wir machten außerdem Fotos, einen Social Media Report und sammelten Ideen zu Friedensarbeit im Allgemeinen. Pazifismus während und nach dem Krieg war ein besonders wichtiges Themenfeld. In tiefgreifenden Diskussionen analysierte die Gruppe Friede und gewaltfreie Bewegungen. Des weiteren veranstalteten wir einen Filmabend mit Filmen, die zum Thema passten. In einem Workshop zu Menschenrechten und zu geografischen Karten wurden die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs genauer untersucht. Ein Fokus wurde dabei auf Kriegspropaganda gelegt und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gestalteten selbst Propaganda-Flyer, um die Thematik besser zu verstehen. Im Zuge dessen besuchten wir auch eine Sonderausstellung im Museum der Dolomitenfreunde, welche „Kunst im Krieg. Krieg in der Kunst“ zum Titel hatte. In einem anderen Workshop sprachen wir über Helden und Heldinnen sowie deren Konstruktion und Dekonstruktion. Heldenhafte Personen von Friedensbewegungen wurden auch analysiert. In einem Workshop über Erinnerung und Gedächtnis diskutierten wir über nationale Heldengeschichten, die Medien von Erinnerungsarbeit und Gedächtnisgruppen. Wir besuchten zudem das Museum 1914-18 der Dolomitenfreunde, wo wir eine geführte Tour machten. An einem Nachmittag lernten wir über männliche und weibliche Rollenbilder im Ersten Weltkrieg indem wir Begriffspaare in einem kleinen Theater darstellten. Unsere Freiwilligen trafen außerdem die Gruppe des anderen SCI-Workshops, die am Kleinen Pal das Openair Museum in Stand halten und hielten einen Workshop über den Ersten Weltkrieg für sie. Das gesammelte Wissen des Camps wurde in einem öffentlichen Abschlussevent der lokalen Bevölkerung im Rathaus präsentiert.

Michaela Sehorz