NFE at the Mirror

Verfasst von Katharina Zussner

Am 06.11.2014 war es soweit – das SCI Training „NFE at the mirror“ startete. NFE at the mirror wurde vom SCI Österreich zusammen mit dem Pool of Trainers organisiert und wurde von Erasmus finanziert. NFE steht für Non-Formal Education oder Nicht-Formelle Bildung.

Was ist Non-Formal Education?

DSC01844_klIch bezeichne Non-Formal-Education einfach als eine Art des Lernens. Formal Education ist das was in der Schule, in Universitäten und anderen Institutionen Anwendung findet. Hier gibt es spezielle Lernziele und das Lernen folgt einer starken Struktur (Hausaufgaben, Noten). Power Point Vorträge sind ein gutes Beispiel für Formal Education. Non-Formal Education ist eine andere Art des Lernens. Hier geht es darum Wissen auf unkonventionelle Weise zu vermitteln. Non-Formal Education ist interaktiv und kann überall durchgeführt werden (Hostel/Pub/Straße…).

Wie schaut also so ein Training aus? Zuerst einmal zur Gruppe. Insgesamt waren wir 31 Teilnehmer aus 11 verschiedenen Ländern. Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen haben sich im Namen von Non-Formal Education in Wien zusammengefunden um voneinander zu lernen. 31 Menschen heißt auch 31 verschiedene Namen. Wie man sich die merken soll? „Schuhe ausziehen“, hieß es gleich einmal. Dann auf Sesseln herumbalancieren und sich in alphabetischer Reihenfolge aufstellen – ohne dabei zu sprechen natürlich. Diese Kennenlernspiele sind bereits Teil von Non-Formal Education und es ist erstaunlich wie wirkungsvoll sie sind.

Zu den Workshops

DSC01817_klEinige der Teilnehmer organisierten einen Workshop und präsentierten verschiedene nicht-formelle Lernmethoden. Jeden Tag gab es vier Workshops wobei wir uns für zwei entscheiden mussten. Danach wurden vom Pool of Trainers neue Methoden vorgestellt und getestet.
Ich besuchte die Workshops „Brain-friendly teaching“, „Theater – Act or Think“, „Theater of the oppressed“ und „Explode your fear“.

Eine kurze Zusammenfassung der Workshops

Brain-friendly teaching

Wie lernt unser Gehirn und was bedeutet Lernen für uns? Anfangs wählten wir eine Kunstkarte aus und mithilfe der Karte definierten wir was Lernen für uns bedeutet. Auf meiner Karte war ein leicht geöffnetes Tor zu sehen. „Lernen bedeutet neue Räume zu entdecken“, meinte ich. Ganz anders die Kinder in der Schule. Laut einer Studie bedeutet Lernen für die Mehrheit der Kinder Noten, Langeweile, Druck und Pflicht. Eine Übung mit Pfeilen zeigte uns wie das ist, wenn rechte und linke Gehirnhälfte gleichzeitig aktiv sind. Zum Schluss überlegten wir uns wie man am besten lernt und machten dazu Plakate.

Theater – Act or Think und Theater of the oppressed

DSC01834_klIm Workshop „Theater – Act or Think“ lernten wir dass Theater auch Körperausdruck ist und dass wir unserem Körper mehr vertrauen können als unserem Gehirn. Als Michelangelo formten wir Skulpturen und brachten verschiedene Emotionen zum Ausdruck. Als Skulptur stellten wir diese Emotionen dar und fühlten sie. Im Workshop „Theater of the oppressed“ machten wir ebenfalls Übungen zur Körpererfahrung . Dieser Workshop beschäftigte sich im Besonderen mit den Themen Gewalt und Konfliktsituationen. Wir stellten uns eine Person vor die sich in einer schwierigen Situation befindet, brachten ihre Gefühle in einer Körperhaltung zum Ausdruck und stellten Konfliktsituationen nach.

Explode your fears

Wie der Name schon sagt ging es in diesem Workshop um Ängste und wie man sie überwinden kann. Im ersten Teil des Workshops schrieben wir unsere Ängste auf einen Ballon und warfen diesen in die Luft. Ängste wurden vorgelesen (nicht die eigenen) und es entstand eine offene Gesprächsrunde in der jeder etwas zu den verschiedenen Ängsten sagen konnte. Im zweiten Teil mussten wir an eine Situation oder Aufgabe denken die für uns unangenehm ist und vor der wir uns fürchten. Dann wurde uns Zeit gegeben um diese Angst zu bewältigen. Ich persönlich entschied mich vor der Gruppe zu singen. Nachdem ich diese Angst überwunden hatte fühlte ich mich total erleichtert und gestärkt.

Neben den Workshops gab es verschiedene Diskussionen. So zum Beispiel gab es eine Debatte rund um das Thema „Youth exchange“. „Did youth exchange kill the voluntary star?“ war die Frage. Dabei ging es nicht so sehr um das Thema sondern hauptsächlich um die Methode und darum wie eine Diskussion gestartet werden kann.
Bei der Tool Fair wurden aber nicht nur Methoden ausgetauscht, auch Vernetzung spielte eine wichtige Rolle. Das Zusammentreffen war eine gute Möglichkeit um von anderen zu lernen und neue Ideen für die Zukunft zu entwickeln. Denn wie uns die Tool Fair beweist kann aus jeder Idee ein Feuerwerk entstehen. Die Samen für die nächsten Projekte wurden gesät und am Ende verließen wir das Hostel mit einem Koffer voller Werkzeuge.