Paths of Peace Juli 2015

von Mariella Martinz

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inn

Foto: Mariella Martinz
Foto: Mariella Martinz

Kaum im Basislager der Dolomitenfreunde angekommen startete das gegenseitige Kennenlernen ganz selbstverständlich bevor dann eine Stunde später alle schon plaudernd, wie eh und je, beim Kartenspielen in der Sonne saßen. So unkompliziert diese  erste Stunde war so unbeschwert, offen und kommunikativ ging es die restlichen zwei Wochen auch weiter. Die TeilnehmerInnen aus Russland, Spanien, Thailand, Ungarn,  Deutschland, Tschechien, Österreich und der Ukraine fanden sich schnell zusammen und in der neuen Umgebung zurecht. Peter „Pit“ Kübler, unser Gruppenleiter, ambitionierter und jahrelang erfahrener Alpinist mit fundiertem geschichtlichen Wissen, integrierte sich mit Herzlichkeit und einem stets offenem Ohr in unser internationales jugendliches Dasein und auch seitens der Dolomitenfreunde bekamen wir ein warmes Willkommen, umfangreiche Informationen und eine wunderbare Versorgung.

Marking the ways in the labyrinth of trenches

Paths of Peace 2015
Foto: Mariella Martinz

Die kleine Hütte am Kleinen Pal haben wir alle liebgewonnen und uns dort sofort wohlgefühlt. Auch die uns umgebende Bergszenerie, die Landschaft und die geschichtsträchtigen Gräben und Kavernen rund um unser Höhenlager beeindruckten uns zutiefst. Nach einem ausführlichen Rundgang im Linken und Rechten Flügel sowie der Mittelkote des Freilichtmuseums wurde uns schnell klar wie groß und teils unübersichtlich das Gebiet ist. Mit Karte, Kreide und Kompass bestückt zogen wir stundenlang unsere Runden in den Schützengräben des Rechten Flügels um übersichtliche Rundwege für BesucherInnen ausfindig zu machen. Lange Diskussionen folgten bis wir uns auf die Wege A, B und C einigten, die daraufhin übersichtlich markiert, von üppigen Pflanzenwuchs und störenden Gesteinsbrocken befreit, zum Teil mit Hacken und Schaufeln wieder hergestellt und in die Karte eingezeichnet wurden.

Auch wenn  Regen und Nebel in der zweiten Woche dem Markieren mit Pinsel und Lack einen Strich durch die Rechnung gemacht haben so war die Gruppe dennoch durchwegs zufrieden mit ihrer Arbeit und dem Beitrag, den sie für die Dolomitenfreunde aber vor allem für die Erinnerung und das Nichtvergessen der Schikanen des Ersten Weltkrieges leisten konnten. Denn uns allen war und ist klar, dass man seine Augen nicht vor der Vergangenheit verschließen darf.

The Last Goodbye

Foto: Mariella Martinz
Foto: Mariella Martinz

So schwer der Abschied war, so schön war es auch sich nach zwei Wochen in unterschiedliche Himmelsrichtungen aufzumachen, ganz einfach dankbar dafür sich kennengelernt zu haben. „Life must go on“ – so der allgemein Tenor, aber das mit neuen Freundschaften und einer wunderbaren Erfahrung. „I am sure it is no coincidence that we met, I am sure we already saw each other in another life because we are that familiar and I hope we will come together again“ brachte Eve, eine Teilnehmerin aus Thailand, es auf den Punkt.

Berge – Geschichte – Grenzenlose Freundschaften

Drei Worte als prägnante Zusammenfassung dieses Workcamps, das ich als Gruppenkoordinatorin jeder interessierten Person wärmstens empfehlen kann. Ein großes Dankeschön an jene, die es ermöglicht und jene, die teilgenommen haben.