Workcamp „Theaterflucht“ in Bern

Verfasst von Susanne Sulig

Im Zug von Wien nach Bern habe ich Zeit zum Nachdenken. Darüber, was mir die zwei bevorstehenden Wochen wohl bringen werden. Theater mit Kindern und Jugendlichen aus sogenannten Durchgangszentren (und die sich demnach im Asylverfahren befinden) will und soll gemacht werden.

Eine Woche Vorbereitung für die Freiwilligen, eine Woche praktische Arbeit, also gemeinsames Theaterspielen. So viel weiß ich. Und so wenig.

Vierzehn wunderbare, fordernde, beglückende, ermüdende, ernüchternde, aufregende, bereichernde Tage werden folgen. Wir, die zehn Freiwilligen aus Spanien, Russland, der Ukraine, der Schweiz und Italien haben in der ersten Woche Zeit, uns kennenzulernen, uns aufeinander einzustimmen und uns vorzubereiten. Tanz- und Improvisationsworkshops, in denen wir ein grundlegendes „Handwerkzeug“ für die zweite Woche und die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen vermittelt bekommen, sowie theoretische Werkstätten zu und über das Asylverfahren in der Schweiz, Rassismus, Migration und Integration bilden das tägliche Rahmenprogramm der ersten sieben Tage.

In der zweiten Woche treffen wir auf die Kinder und Jugendlichen und beginnen gemeinsam, zu tun und zu machen, zu spielen und zu wüten, spielwütig, aufgeregt und angeregt springen wir ins Ungewisse und Unbekannte um am Ende der Woche dort anzukommen, wo wir uns hingeführt und hingearbeitet haben, alle zusammen. Am Samstag betreten die Kinder und Jugendlichen die Bühne und bereiten Eltern und Freunden ein kleines Schauspiel.

Die Erfahrungen, Begegnungen, Gefühle und Momente dieser Wochen können hier schwer in Worte gefasst werden. Nur so viel : zusammen entwirren, zusammen verstehen, zusammen kommen, zusammen weiterkommen, zusammen ankommen. An einem Ort. An einem Punkt in der Zeit. Und vielleicht und hoffentlich trägt ein jeder von uns der mitgemacht und mitgelacht und mitgedacht hat etwas von der gemeinsamen Zeit mit sich. Und weiter. Hinaus. Für mich gilt : alsbald wieder.

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